Klangspuren Schwaz  Tiroler Festival für neue Musik 10.09.-26.09.2026

TRIPTYCHON: KÖRPER – STIMME – PULS

Fr. 25.09.
19 Uhr, Innsbruck | BRUX

18:15 Uhr, Einführung: Marco Blaauw im Gespräch mit Benjamin Kobler und Adriana Nikolova (Pe4enkata)

                                                                                         TICKETS
19 Uhr - KÖRPER
Georg Friedrich Haas Les Espaces für Vierteltonklavier (2019), ÖEA, 40’
Benjamin Kobler, Laura Álvarez, Yeji Jung und Thibaut Surugue, Vierteltonklavier

20 Uhr - STIMME
Sepideh Raissadat Improvisation
Mildred Couper Dirge für zwei Klaviere vierteltönig (1937)
Mazyar Kashian Das Gackern des stolz einherschreitenden Rebhuhns für Gesang, Vierteltonklavier und Schlagzeug (2025), UA
Auftragswerk von Klangspuren Schwaz

Sepideh Raissadat, Gesang und Setar
Benjamin Kobler, Vierteltonklavier
Dirk Rothbrust, Schlagzeug

21 Uhr - PULS
Hannah Kendall Tuxedo Hot Summer No Water für Violoncello (2020), 6’
Hannah Kendall Weroon Weroon für präparierte Violine (2022), 5’
Benjamin Patterson Paper Piece für 3 Spieler (1960), 8’
Oscar Bianchi Blast für Streichtrio, Percussion & Beatboxerin (2026), UA
Auftragswerk von Klangspuren Schwaz

Hannah Weirich, Violine
Axel Porath, Viola
Dirk Wietheger, Violoncello
Dirk Rothbrust, Schlagzeug
Adriana Nikolova (Pe4enkata), Beatboxing

 

Dieses Triptychon atmet: In drei Blöcken verbindet das Programm mikrotonale Klaviermusik, persische Gesangstradition und Beatboxing mit zeitgenössischer Kammermusik. Die beiden Zäsuren und die intime Atmosphäre des Brux geben dem Gehörten Raum. 
Den Auftakt bildet ein Vierteltonklavier: Vier Pianist:innen bespielen die speziell konstruierte Klaviatur in einer virtuosen achthändigen Choreografie. In Georg Friedrich Haas‘ Les Espaces schichten sich schwebende Mikrotöne zu dichten Flächen. Diese tauchen unter die Wahrnehmungsschwelle und füllen dennoch den ganzen Raum.
Der zweite Teil präsentiert mit der US-Komponistin Mildred Couper eine oft übersehene Pionierin der Vierteltonmusik. Danach gehört die Bühne der Stimme. Die Sängerin Sepideh Raissadat improvisiert in klassisch-persischer Tradition und begleitet sich auf der Setar. In Mazyar Kashians neuem Auftragswerk für Raissadat und Vierteltonklavier treffen zwei musikalische Systeme aufeinander: das Radif der persischen Musik und die Mikrotonalität der westlichen Avantgarde. Diese Begegnung wird zur Metapher diasporischer Erfahrung, in der unterschiedliche kulturelle Sprachen gleichzeitig mit- und ohne einander existieren wollen.
Im Zentrum des dritten Teils steht die mehrfache Beatbox-Weltmeisterin Adriana Nikolova (Pe4enkata). Ihre Praxis erweitert Beatboxing um komplexe, aus der bulgarischen Volksmusik stammende Taktarten und verschiebt damit die Grenzen einer sonst stark vom 4/4-Takt geprägten Ästhetik. Oscar Bianchis Auftragswerk für Beatboxing, Streichtrio und Schlagzeug stellt der präzisen Partitur das intuitive Körperwissen einer Performerin gegenüber, die ihr Instrument aus Zunge, Lippen und Gaumen baut. Den Rahmen dazu bilden drei kurze Stücke: Benjamin Pattersons Paper Piece entstand 1960 in Köln. Ursprünglich als Weihnachtsgruß an seine Familie gedacht, wurde es zu einem der ersten „Hits“ der Fluxus-Bewegung.
Hannah Kendall setzt sich in ihrer Reihe Tuxedo mit dem afroamerikanischen Künstler Jean-Michel Basquiat auseinander. Der Teil Hot Summer No Water entstand 2020 kurz nach der Ermordung von George Floyd. Bei Weroon Weroon werden die Geigensaiten mit Dreadlock-Perlen präpariert. Dadurch entsteht ein kreolisiertes Instrument mit einem eigenen, instabilen Klang, der jeder Aufführung einen neuen Ausdruck verleiht.

 

 

BRUX Freies Theater Innsbruck
Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.
Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich.
Vom Bahnhof Innsbruck sind es ca. 6 Minuten zu Fuß.
Parken: Kaufhaus Tyrol Garage (Wilhelm-Greil-Straße 10)
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