Die Klangwanderung, eines der markantesten Formate des Festivals, verbindet Konzert, Landschaft und Bewegung zu einer Erfahrung, die sich nur im Gehen erschließt. 2026 führt die Strecke entlang des Vomperbachs u.a. zum Kraftwerk, einem Ort, an dem Naturraum und Energieinfrastruktur ineinandergreifen. Was sonst verborgen bleibt, wird hörbar: das Rauschen des Wassers, das Dröhnen der Maschinen und der Atem des Windes.
Klanginstallationen entlang der Route machen Energie als sinnliches Phänomen erfahrbar – Wind, Wasser und Klang werden zu Akteuren eines Weges, der das Hören schärft. So lässt das Künstlerduo Siedl/Cao etwa seine windgespielten „Drone & Drone“-Flöten in der Landschaft erklingen, während Hydrophone die Klänge des Vomperbachs verstärken und einen akustischen Blick in die Tiefe eröffnen.
Zwischen den Installationen erscheinen musikalische Interventionen an unerwarteten Orten: Musiker:innen des Riot Ensemble und Ensemble Proton und der Sänger Ty Bouque setzen poetische Kontrapunkte – auf einer Almwiese, in einer Kapelle, im Maschinenraum des Kraftwerks. Die Klangwanderung macht Energie nicht abstrakt vermittelbar, sondern unmittelbar hörbar – als Bewegung, als Naturkraft, als Klang.
ABSCHLUSSKONZERT KLANGWANDERUNG 2026
Love is Louder, neues Programm mit persischer Musik, UA
Sepideh Raissadat, Gesang
Yasamin Shahhosseini, Oud
Sepidar Ensemble
Siavash Imani, Tar; Pedram Khavarzamini, Tombak; Sina Danesh, Kamancheh; Houshmand Ebadi, Ney; Aria Mohafez, Santur
In Teheran herrscht Krieg – und das Sepidar Ensemble probt. Dieser Kontrast zwischen äußerer Zerstörung und innerer Schöpfungskraft prägt das Abschlusskonzert der Klangwanderung 2026. Sepideh Raissadat, die erste Frau der es gelang nach der Revolution von 1979 im iranischen Fernsehen aufzutreten, die Oud-Virtuosin Yasamin Shahhosseini und das Sepidar Ensemble bewahren eine Kunstform, die ohne Partitur auskommt: den persischen Radif. Der Radif ist das musikalische Gedächtnis des Iran. Er ist eine über Jahrhunderte gewachsene Sammlung von Melodien und Motiven, die nicht in Notenschrift festgehalten, sondern ausschließlich von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Er dient als lebendiges Fundament für die Improvisation und erfordert eine lebenslange Hingabe. Diese Tradition überlebt trotz der politischen Umstände, durch die Entschlossenheit von Künstlerinnen wie Sepideh Raissadat und Yasamin Shahhosseini. In ihrem eigens für das Festival entwickelten Programm wird das Motto „Love is Louder“ zu einem hörbaren Zeugnis von Resilienz und kultureller Kontinuität.
Silberregion Karwendel
Die Klangwanderung ist nicht barrierefrei zugänglich
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