Klangspuren Schwaz  Tiroler Festival für neue Musik 10.09.-26.09.2026

TRYPTICHON: KÖRPER – STIMME – PULS

Fr. 25.09.
19:30 Uhr, Innsbruck | BRUX

1
Georg Friedrich Haas, Les Espaces für Vierteltonklavier (2019), ÖEA, 40’

2
Sepideh Raissadat, Improvisation, solo, Gesang und Setar

Mazyar Kashian, neues Werk für Sepideh Raissadat, Vierteltonklavier und Schlagzeug (2025), UA
Auftragswerk von Klangspuren Schwaz

3
Oscar Bianchi neues Werk für Streichtrio, Percussion & Beatboxer (2026), UA
Auftragswerk von Klangspuren Schwaz

 

Adriana Nikolova, Beatbox
Sepideh Raissadat, Gesang und Setar
Musiker:innen von Ensemble Musikfabrik: Benjamin Kobler, Laura Álvarez, Yeji Jung, Thibaut Surugue, Klavier/Viertelton-Klavier Dirk Rothbrust, Schlagzeug

 

Dieses Triptychon atmet: In drei Blöcken mit zwei Pausen verbindet das Programm mikrotonale Klaviermusik, persische Gesangstradition und Beatbox mit zeitgenössischer Kammermusik. Die bewussten Zäsuren geben dem Gehörten Raum. Jede der drei Begegnungen richtet den Fokus neu aus und lädt zum ständigen Perspektivwechsel ein. 

Den Auftakt bildet ein Vierteltonklavier: die Optik vertraut, der Klang eine neue Dimension. Vier Pianist:innen bespielen die speziell konstruierte Klaviatur in einer virtuosen achthändigen Choreografie. In Georg Friedrich Haas' „Les Espaces“ schichten sich schwebende Mikrotöne zu dichten Flächen. Diese Klänge tauchen unter die Wahrnehmungsschwelle und füllen dennoch den ganzen Raum.

Danach gehört die Bühne der Stimme. Die persische Sängerin Sepideh Raissadat begleitet sich auf der Setar; in der Tradition ihrer Heimat wird Musik nicht bloß interpretiert, sie wird bewohnt. 

In Mazyar Kashians neuem Auftragswerk für Raissadat und Vierteltonklavier begegnen sich dann zwei musikalische Systeme: die Radif-Tradition der persischen Musik und die Mikrotonalität der westlichen Avantgarde. In dieser Begegnung entsteht mehr als ein Dialog – sie wird zur Metapher diasporischer Erfahrung, in der unterschiedliche kulturelle Sprachen gleichzeitig mit und ohne einander existieren wollen.

Im Zentrum des dritten Teils steht die mehrfache Beatbox-Weltmeisterin Adriana Nikolova (Pe4enkata). Ihre Praxis erweitert Beatboxing um komplexe, aus der bulgarischen Volksmusik stammende Taktarten und verschiebt damit die Grenzen einer sonst stark vom 4/4-Takt geprägten Ästhetik. Oscar Bianchis Auftragswerk für Beatbox, Streichtrio und Schlagzeug stellt der präzisen Partitur das intuitive Körperwissen einer Performerin gegenüber, die ihr Instrument aus Zunge, Lippen und Gaumen baut. 

Mit seiner intimen Atmosphäre bietet das Brux den idealen Rahmen, diese drei musikalischen Perspektiven aus nächster Nähe zu erleben.

 

 

BRUX Freies Theater Innsbruck
Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.
Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich.
Vom Bahnhof Innsbruck sind es ca. 6 Minuten zu Fuß.
Parken: Kaufhaus Tyrol Garage (Wilhelm-Greil-Straße 10)
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